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Rechtsanwälte Dr. Müller-Peddinghaus

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Bank- und Insolvenzrecht

19 Dez 2017
von AdminMP
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Insolvenzanfechtung bei Ratenzahlungsvereinbarung mit Gerichtsvollzieher

Erhält der Arbeitnehmer in der sogenannten kritischen Zeit, d.h. in den letzten drei Monaten vor dem Antrag auf Insolvenzeröffnung oder in der Zeit danach, Zahlungen des Arbeitgebers, die nicht in der geschuldeten Art erfolgen (inkongruente Deckung), kann der Insolvenzverwalter im Wege der Insolvenzanfechtung die Zahlungen nach Maßgabe des § 131 InsO zur Masse zurückfordern.

 

Der Arbeitnehmer kann nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichts in der kritischen Zeit somit keine Leistung unter Einsatz hoheitlichen Zwangs beanspruchen, durch den er auf das zur Befriedigung aller Gläubiger unzureichende Vermögen des späteren Insolvenzschuldners zugreift und andere Gläubiger zurücksetzt. Zahlungen, die er im Wege der Zwangsvollstreckung durchsetzt oder die der Arbeitgeber erbringt, um die unmittelbar bevorstehende Zwangsvollstreckung abzuwenden (Druckzahlungen), sind deshalb inkongruent und damit im Insolvenzverfahren anfechtbar.

 

Urteil des BAG vom 20.09.2017

6 AZR 58/16

Verbraucherinsolvenz aktuell 2016, 63

19 Dez 2017
von AdminMP
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Verbotene Auszahlung des Gesellschafter-Geschäftsführers

Nach § 30 Abs. 1 GmbHG darf das zur Erhaltung des Stammkapitals erforderliche Vermögen der Gesellschaft an die Gesellschafter grundsätzlich nicht ausgezahlt werden. Entnimmt ein Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH bei Vorliegen einer Unterbilanz Beträge aus dem Gesellschaftsvermögen, kann darin eine verbotswidrige Auszahlung i.S.d. § 30 Abs. 1 GmbHG liegen, unabhängig davon, ob das Handeln des Gesellschafter-Geschäftsführers als Untreue zu bewerten ist. Im Falle der Insolvenz des Unternehmens kann der Insolvenzverwalter die Rückzahlung der entnommenen Beträge verlangen.

 

Urteil des OLG Hamm vom 13.03.2017

I-8 U 79/16

GmbHR 2017, 703

14 Nov 2017
von AdminMP
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Zusätzliche Kosten durch verspätet eingegangene Forderungsanmeldung

Meldet ein Gläubiger im Rahmen des Insolvenzverfahrens über das Vermögen einer juristischen Person seine Forderung erst nach Ablauf der vom Gericht hierzu gesetzten Frist an und wird dadurch ein weiterer Prüfungstermin seitens des Gerichts anberaumt, hat der Gläubiger die hierdurch entstandenen Kosten zu tragen.

 

Das Landgericht Krefeld weist darauf hin, dass es für die Pflicht zur Kostenübernahme auf ein Verschulden des nachmeldenden Gläubigers grundsätzlich nicht ankommt. Er muss die Kosten daher auch dann tragen, wenn die Fristversäumung darauf zurückzuführen ist, dass die beim Insolvenzverwalter rechtzeitig eingegangene Forderungsanmeldung von diesem verspätet an das Insolvenzgericht weitergeleitet wurde. Die Frage, ob in diesem Fall dem Gläubiger ein Regressanspruch gegenüber dem Insolvenzverwalter zusteht, war nicht Gegenstand des Verfahrens.

 

Beschluss des LG Krefeld vom 21.12.2016

7 T 152/16

jurisPR-InsR 7/2017 Anm. 5

14 Nov 2017
von AdminMP
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Insolvenzanfechtung: Wissen des Anfechtungsgegners um drohende Zahlungsunfähigkeit des Schuldners bei Bargeschäften

Ein finanziell angeschlagener Getränkehändler zahlte bis kurz vor Anmeldung der Insolvenz einem seiner Lieferanten die erhaltene Ware stets in bar. Andere Gläubiger erhielten indessen bereits länger kein Geld mehr. Der Insolvenzverwalter erklärte nach Eröffnung des Verfahrens die Anfechtung der an den Lieferanten erfolgten Barzahlungen. Für den Bundesgerichtshof fehlte es in diesem Fall jedoch an der für die Anfechtung erforderlichen Absicht der Gläubigerbenachteiligung.

 

Allein aus der Kenntnis des Gläubigers um die zumindest drohende Zahlungsunfähigkeit des Schuldners kann nicht auf sein Wissen von einer Gläubigerbenachteiligung geschlossen werden. Ein solcher Schluss setzt vielmehr das Wissen des Gläubigers voraus, dass die Belieferung des Schuldners mit gleichwertigen Waren für die übrigen Gläubiger nicht von Nutzen ist, weil der Schuldner fortlaufend unrentabel arbeitet und weitere Verluste erwirtschaftet. Da dies hier nicht festellbar war, durfte der Getränkelieferant die erhaltenen Zahlungen behalten.

 

Urteil des BGH vom 04.05.2017

IX ZR 285/16

DB 2017, 1378

03 Okt 2017
von AdminMP
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Wichtige Dokumentation der Erbringung der Stammeinlage

Gesellschafter einer GmbH sind bei Gründung oder Kapitalerhöhung verpflichtet, die auf sie entfallende Stammeinlage tatsächlich zur freien Verfügung der Gesellschaft zu leisten. Eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Thüringen zeigt, wie wichtig es sein kann, die Einlagenleistung sorgfältig zu dokumentieren. Ansonsten kann auch noch Jahre später drohen, dass der Gesellschafter die Einlage noch einmal erbringen muss.

 

In dem entschiedenen Fall verlangte der Insolvenzverwalter nach der Insolvenz der GmbH die erneute Erbringung einer Stammeinlagezahlung, da die ursprüngliche Einlage vom Geschäftskonto in die Handkasse überführt und dort über mehrere Jahre hinweg unangetastet belassen wurde. Dies begründet - so das Gericht - erhebliche Zweifel an der freien Verfügbarkeit der geleisteten Einlage für den Geschäftsbetrieb der GmbH.

 

Urteil des OLG Thüringen vom 19.04.2017

2 U 18/15

GmbHR 2017, 754

03 Okt 2017
von AdminMP
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Folgen der Insolvenzanfechtung für Umsatz- und Vorsteuer

Die Insolvenzanfechtung nach §§ 129 ff. InsO aufgrund einer Rückzahlung des Anfechtungsgegners an den Insolvenzverwalter führt stets zu einer Berichtigung des Vorsteuerabzugs. Das bedeutet, dass der Insolvenzverwalter den Vorsteuerabzug, den der Insolvenzschuldner anlässlich der Zahlung an seinen Gläubiger vom Finanzamt erstattet bekommen hat, nunmehr an das Finanzamt abzuführen hat. Hierzu hat der Bundesfinanzhof nun festgestellt, dass es sich bei dem Erstattungsanspruch des Finanzamtes nicht um eine Insolvenzforderung handelt, die zur Insolvenztabelle anzumelden ist, sondern dass es sich bei der Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Fiskus um eine Masseverbindlichkeit des Insolvenzverwalters handelt, die dieser in voller Höhe zu erfüllen hat.

 

Hinweis: Der Anfechtungsgegner, der vor Insolvenzeröffnung die im Nachhinein angefochtene Zahlung vom späteren Insolvenzschuldner erhalten hat, kann dementsprechend die seinerzeit an das Finanzamt abgeführte Umsatzsteuer zurückverlangen.

 

Urteil des BFH vom 15.12.2016

V R 26/16

DStR 2017, 493

30 Sep 2017
von Elisabeth Mueller-Peddinghaus
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BGH erklärt Bearbeitungsentgelte bei Unternehmerdarlehen für unzulässig

Der Bundesgerichtshof hat sich in mehreren Entscheidungen mit der Rechtmäßigkeit von durch vorformulierten Bestimmungen von Banken geregelte laufzeitunabhängige Bearbeitungsentgelte in Darlehensverträgen zwischen Kreditinstituten und Unternehmern befasst und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sie einer Inhaltskontrolle rechtlich nicht standhalten.

 

Eine Vereinbarung laufzeitunabhängiger Bearbeitungsentgelte ist mit wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung nicht zu vereinbaren, weshalb gemäß § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB im Zweifel eine unangemessene Benachteiligung des Vertragspartners anzunehmen ist. Auch bei den vorliegenden Unternehmerdarlehensverträgen sahen die Bundesrichter keine Gründe, die diese gesetzliche Vermutung widerlegen würden. Insbesondere kann die Angemessenheit eines laufzeitunabhängigen Bearbeitungsentgelts nicht mit eventuell hieraus resultierenden steuerlichen Vorteilen auf der Seite eines unternehmerischen Kreditnehmers begründet werden.

 

Urteile des BGH vom 04.07.2017

XI ZR 562/15 und XI ZR 233/16

Pressemitteilung des BGH

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